Vor dem Handball-Derby: Die Trainer im Doppelinterview

Hildesheim - Am 18. April ist wieder Derbyzeit in der Handball-Oberliga. Die Sportfreunde Söhre treffen um 19.15 Uhr auf die SG Börde. Das Duell findet erneut in der Hildesheimer Volksbank-Arena statt. Die HAZ traf sich vor dem brisanten Match mit den Trainern Sven Lakenmacher (SF Söhre) und Jan Kolja Strube (SG Börde) vor der Arena zum Doppelinterview.

Grassiert bei Ihnen schon das Derbyfieber

Lakenmacher: Natürlich. Das Hinspiel war schon ein tolles Event. Vor so vielen Zuschauern zu spielen, ist für jeden Handballer etwas Besonderes. Ich hoffe, dass die Halle wieder so voll wird.

Strube: Bei uns ist es ähnlich. Erschwerend kommt natürlich hinzu, dass wir noch einen Punkt für den sicheren Klassenerhalt brauchen. Wenn wir den im Derby holen, hätte das schon einen gewissen Reiz. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass uns die Söhrer nichts schenken werden.

Lakenmacher: Das stimmt. Das Derby wollen wir auch gewinnen. Es wäre aber schön, wenn ihr am Ende drin bleibt. Dann haben wir in der kommenden Saison wieder zwei Spiele gegeneinander. Das ist für den Handball in Hildesheim eine Bereicherung. Wird es wieder so ein enges Spiel wie beim ersten Aufeinandertreffen?

Strube: Ich glaube schon. Derbys haben ihre eigenen Gesetze. Da könnte auch der Erste gegen den Letzten spielen, einen klaren Favoriten gibt es nicht. Lakenmacher: Die Spieler beider Teams kennen sich sehr gut. In so einem Spiel entscheiden Kleinigkeiten und die Tagesform. Wie wichtig sind die Fans?

Lakenmacher: Sehr wichtig. Das hat man im Hinspiel schon gesehen. Die Atmosphäre war beeindruckend. Strube: Auch wenn wir von der Papierform ein Auswärtsspiel haben, hoffe ich, dass unsere Fans wieder richtig Alarm machen. Schauen wir nach vorn: Söhre, als Aufsteiger aktuell Tabellenvierter, spielt eine sehr gute Serie. Börde kämpft wieder einmal gegen den Abstieg. Wie sehen die langfristigen Planungen aus?

Lakenmacher: Ich habe meinen Vertrag verlängert, und wir wollen uns in der nächsten Saison verbessern. Als Neuling machen wir das gut. Wir haben eine junge Mannschaft, die auch noch Potenzial besitzt. Das gilt es weiterhin zu fördern.

Strube: Natürlich wäre es schön, wenn wir in der kommenden Saison ohne Abstiegssorgen durchkommen würden. Wir bekommen mit Michael Nechanitzky einen neuen Trainer. Ich werde dann wieder in die zweite Reihe zurückkehren. Wenn der Verein das möchte. Kehrt mit Nechanitzky Kontinuität
auf die Trainerbank zurück?

Strube: Das hoffe ich. Sie sprechen die häufigen Trainerwechsel in den vergangenen Jahren an. Die Mannschaft hat das Potenzial für die Oberliga. Ich hoffe, wir rufen das in Zukunft konstanter ab als zuletzt. Wer Trainer ist, darf dabei keine Rolle spielen. Das Ranking im Hildesheimer Handball ist eindeutig: Zweitligist Eintracht Hildesheim ist die Nummer eins. Dahinter folgen Söhre und Börde in Liga vier. Ist ein Drittligist neben Eintracht vorstellbar? Strube: Wir sind mit der Oberliga zufrieden. Das ist unsere Liga, und die wollen wir langfristig halten.

Lakenmacher: Das ist schwer zu sagen. Die dritte Liga ist mit viel mehr Auflagen und wirtschaftlichen Herausforderungen verbunden. Jeder Sportler und jeder Trainer hat das Ziel, so hoch wie möglich zu spielen. Dazu muss bei uns aber alles passen. Das ist Zukunftsmusik. Jetzt steht das Derby an – und da wollen beide Teams wieder Werbung für den Handballsport im Kreis Hildesheim machen. Interview: Stephan Gaube