SG Börde Handball - SV Sportfreunde Söhre

Freitag 08.12.17 um 20:00 Uhr Sparkassenarena Hildesheim

Irres Derby vor 1560 Zuschauern

Söhre ist die neue Nummer zwei Handball-Oberliga: Sportfreunde schlagen die SG Börde in der Volksbank-Arena knapp

Dingelbe/Garmissen/Ahstedt. Die Sportfreunde Söhre sind die neue Nummer zwei im Hildesheimer Handball hinter der Eintracht. Der Aufsteiger ist nicht nur besser in die Oberliga-Saison gestartet, sondern besiegte gestern Abend im spannenden Kreisderby auch die etablierte SG Börde Handball knapp mit 29:28. Gastgeber Börde tat gut daran, die Partie nicht in der Schellerter Sporthalle sondern in der Hildesheimer Volksbank-Arena auszurichten. Dort verfolgten 1560 Zuschauer die irre Viertligapartie.

„Das war mir klar“, sagte SG-Ordner Joachim Ulbrich. „Wir haben mehr Zuschauer als die Eintracht.“

Die Mannschaften hatten das Parkett noch gar nicht betreten, da herrschte schon Partystimmung auf den Rängen. Die SG-Fans belagerten die Haupttribüne, die Söhrer Anhänger saßen ihnen gegenüber. Weil sich am Eingang eine Schlange bis an die Pappelallee gebildet hatte, fing das Spiel erst mit einer Viertelstunde Verspätung an. Dann nahmen beide Mannschaftan aber sofort Tempo auf. Mit Henrik Froböse (Börde) und Sebastian Froböse (Söhre) standen sich sogar zwei Brüder gegenüber. Die Anfangsphase gehörte den Gastgebern, erst kurz vor der Pause gelang den Sportfreunden mit dem 12:13 durch Daniel Hoppe die erste Führung

Auch nach der Pause blieb es eng, nun lag aber Söhre vorn. Freilich konnte sich keine Seite um mehr als drei Tore absetzen.

„In der ersten Hälfte waren wir gar nicht ins Spiel gekommen, auch die Abwehrleistung passte mir nicht“, sagte Sportfreunde-Trainer Sven Lakenmacher. „Doch in der zweiten Hälfte haben wir eine aggressive 6:0-Deckung gespielt. Das gefiel mir und war auch der Grund, dass wir uns etwas absetzen konnten. Doch wir haben es verpasst, den Sack zuzumachen. Deshalb hat Börde am Ende die Chance gekriegt, noch mal ranzukommen.“

Zum Schluss wurde es nämlich eng. Die Börde-Handballer schlossen durch einen Doppelpack von Simon Ratzke zum 27:29 auf, aber Söhres Schlussmann Lennart Gees parierte den entscheidenden Ball und machte sich selbst zum Derbyhelden.

„Das war einfach geil heute“, sagte er. Sein Kollege Daniel Hoppe meinte: „In der Schlussphase haben uns die Nerven geflattert. Wir können uns bei unserem Torwart bedanken, der den letzten wichtigen Ball gehalten hat.“

„Es war ein offener Schlagabtausch, ein Unentschieden wäre gerechter gewesen“, sagte SG-Trainer Markus von Aspern. Sein Team hätte 45 Minuten Vollgas gegeben und sei dann nach hinten raus ein bisschen platt gewesen.

Sein Rückraumer Simon Ratzke meinte: „So ist halt ein Derby, das kann in den letzten Minuten kippen. Leider hat es für uns nicht geklatt, aber wir werden trotzdem jetzt gleich unseren Spaß bei der Weihnachtsfeier haben.“   Von Andreas Kreth und Ulrich Hempen

Es war ein offener Schlagabtausch, ein Unentschieden wäre gerechter gewesen.

Markus von Aspern Trainer SG Börde

Wir können uns bei unserem Torwart bedanken, der den letzten wichtigen Ball gehalten hat.

Daniel Hoppe Spieler Söhre

SG Börde Handball: Johannes Schmidt, Johannes Fiene – Jirka Strube (3), Simon Ratzke (8), Matthias Rauls, Jens Keuntje (1), Joshua Schüller (1), Niklas Kaufmann (1), Henrik Froböse (1), Franz Köhler (2), Bodo Grove, Kenny Blothor (9/5), Andre Muscheiko (1), Moritz Büchner (1).

Sportfreunde Söhre: Lennart Gees, Jan Koob – Maximilian Kolditz (3/1), Daniel Sentjurc (1), Sebastian Froböse (1), Jan Phillip Naß (5), Nils Wilken (3), Yannik Ihmann (4), Simon Kullig, Daniel Hoppe (5), Niklas Ihmann (7/2), Fabian Schweiger, Philipp Klein.

Zuschauer: 1560 in der Hildesheimer Volksbank-Arena.

Sie geben alles für den Derbysieg

Vor dem Handball-Oberliga-Duell zwischen der SG Börde und den Sportfreunden Söhre in der Volksbank-Arena laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren

Dingelbe Garmissen/Ahstedt. Auch die Kleinsten der SG Börde Handball bereiten sich auf das Oberliga-Derby gegen die Sportfreunde Söhre morgen in der Hildesheimer Volksbank-Arena vor

SG Börde Handball - Sportfreunde Söhre (Anpfiff 20 Uhr).

Sie trafen sich in der Schellerter Sporthalle, um gemeinsam Plakate und Banner zu gestalten: „Damit die zwei Punkte bei uns bleiben, muss viel Unterstützung von der Tribüne kommen.“ Die Börde-Minis wollen „ordentlich Krach machen“ und dem Fanclub aus Söhre Paroli bieten. Ein Gewinner steht bereits vor dem Spiel fest: der Börde-Schatzmeister.

Es werden viele Zuschauer erwartet. Leicht favorisiert gehen die „Gäste“ aus Söhre ins Derby. Sie stehen mit 12:8 Punkten auf Platz fünf. Die SG Börde ist Zehnter (7:13 Punkte). Aber ein Derby entwickelt oft eine eigene Dynamik. Spannung verspricht auch der Vergleich der besten Torschützen. Kenny Blotor warf für die SG Börde bislang 69 Tore. Sein Kollege Simon Ratzke traf bis dato 44 mal. Dem stehen allerdings die Söhrer Maximilian Kolditz (69), sowie Niklas (66) und Yannik Ihmann (47) in nichts nach. Söhre fegte zuletzt die HG Rosdorf-Grone mit 39:26 vom Parkett, die SG Börde gewann überraschend mit 24:22 beim Aufstiegsanwärter MTV Vorsfelde. Beste Werbung für das Derby. Es kann angehen. Von Walter Mahr und Thorsten Berner

Der Mann für Last-Minute-Tore

Beim heutigen Oberliga-Derby der SG Börde Handball gegen den Aufsteiger Sportfreunde Söhre werden viele Augen auf Simon Ratzke gerichtet sein

Dingelbe/Garmissen/Ahstedt. Training der I. Herren der SG Börde Handball in der Schellerter Sporthalle. Angriff gegen Verteidigung um den Kreis herum. Aus dem linken Rückraum fliegt Simon Ratzke heran, möchte im Sprung den Ball noch weiterspielen, aber er verspringt ihm. Doch kein Meckern, kein Aufregen. Vielmehr liegt der Fokus, wie beim gesamten Team, längst auf dem Derby am heutigen Freitag: Am Abend spielt die SG Börde Handball gegen Aufsteiger Sportfreunde Söhre.

Viele Augen werden dabei auf Simon Ratzke gerichtet sein. Seit zwei Jahren spielt er nun schon in der Oberliga, in der vergangenen Saison war er mit mehr als 150 Treffern bester Scorer der SG. Der 24- Jährige überzeugt durch Sprungund Wurfkraft – und schaffte es so in die Kreisauswahl HAZ-Cup-Team aus 21 Spielern, die im Mai in der Volksbank-Arena gegen eine Legenden- Mannschaft mit Weltstars wie etwa Henning Fritz, Christian Schwarzer und Stefan Kretzschmar antreten durften. „Beim Spiel warman schon ein bisschen kribbelig, aber danach ist da nur noch Stolz. So um die 80 Freunde und Bekannte kamen zu mir und wollten ein Foto oder Autogramm haben.“

Handball ist für den studierten Elektro-Techniker alles. Seit Kindesalter spielt er selber, mit 16 Jahren übernahm er als Trainer seine erste Jugend-Mannschaft, damals war er noch bei der SG Ost Himstedt- Bettrum aktiv. „Für mehr reichte die Zeit nicht, neben dem Fachabi und Bachelorstudium ist es nicht immer einfach gewesen“, sagt er. Inzwischen hat sich der erste Stress gelegt, aktuell arbeitet der Söhlder berufsbegleitend an seinem Master- Abschluss und kann sich die Zeit für Handball freischaufeln.

Der nächste Trainingsangriff rollt. Kurzer Doppelpass, dann steigt Simon Ratzke hoch und versenkt den Ball krachend links oben im Tor. Eine kurze geballte Faust, weiter geht’s. Während einer kurzen Pause diskutiert er mit seinen Kollegen neue Angriffs-Strategien und zeigt Wege auf. Kapitän ist er zwar nicht – dafür ist er auch nach eigenem Ermessen noch nicht lange genug im Verein – doch vor Verantwortung hat er keine Angst.

„Ich übernehme gerne die Initiative, da gerät man automatisch in eine Führungsrolle.“ Diese Initiative macht sich besonders oft in den letzten Spielminuten bemerkbar: Kein anderer Akteur hat in den vergangenen Monaten so oft das entscheidende letzte Tor geworfen wie der 24-Jährige. Und worum geht es für ihn beim Derby? „Ums Ego,“ sagt Ratzke und lacht. Der erste direkte Vergleich der Kreisvertreter in der 4. Liga ist natürlich für beide Mannschaften eines der Saison-Highlights, zu dem besonders viele Zuschauer erwartet werden. Deshalb wechselt Gastgeber SG Börde auch von der kleinen Schellerter Halle in die große Volksbank- Arena.

„Nebenher ist es natürlich ein ganz normales Liga-Spiel, was wir sehr ernst nehmen“, gibt Simon Ratzke an, schiebt dann jedoch augenzwinkend hinterher: „Ich rechne aber nicht damit, dass wir verlieren.“ Stammtorhüter der Söhrer ist sein guter Freund Lennart Gees, der im Übrigen auch für das Spiel gegen die Legenden im Mai nominiert war.

„Ich denke, wir werden auch beim Derby alle großen Spaß haben“, glaubt der Börde-Rückraumer. Wie bei jedem Match wird auch seine Freundin Madeline heute am Spielfeldrand dabei sein. „Sie muss“, lacht Ratzke erneut, „schließlich ist sie für die Einlaufmusik und die Technik zuständig.“

Die Technikerin und der Elektro- Techniker – ein gutes Team. Wie seine Mannschaft. Ein letzter Angriff. Simon Ratzke täuscht an, legt dann aber in letzter Sekunde in den rechten Rückraum ab. Der Kollege lässt sich nicht lange bitten und drischt den Ball selber gekonnt ins Tor. Kurze Gratulation mit Handshake, dann ist Pause. Das Derby kann kommen.    Von Jo-Hannes Rische

9 Fragen an Börde-Coach Markus von Aspern

Wie beurteilen Sie die bisherige Bilanz ihrer Mannschaft vor dem Derby?

Markus von Aspern: Mit dem Auswärtssieg beim MTV Vorsfelde sind wir eigentlich im Soll. Wir haben bislang viele enge Spiele gehabt und konnten mit jedem Gegner mithalten. Zuhause fehlt uns aber noch ein Erfolgserlebnis.

Was lief gut? Hat die Mannschaft noch Steigerungspotenzial?

Positiv ist, dass wir einige Spiele in der Schlussphase gewinnen konnten. Das spricht für die Moral und den Kampfgeist der Mannschaft. Wir wollen uns stetig weiter entwickeln.

Wo landet die SG Börde Handball in der Endabrechnung?

Unser Ziel ist nach wie vor der Klassenerhalt. Was sind die Stärken Ihrer Mannschaft? Sie gibt keinen Zentimeter verloren und hat einen unbändigen Siegeswillen. Wir haben eine starke Abwehr und kämpfen immer bis zum Schluss. Haben Sie Söhre beobachtet?

Welche Schwächen wurden entdeckt?

Ich habe die Söhrer Mannschaft schon mehrfach gesehen. Falls die Sportfreunde Schwächen haben sollten, werden wir sie ausnutzen.

Wie bereiten Sie ihr Team auf das Lokalderby vor?

So wie auf jedes andere Punktspiel. Wir haben einen Matchplan und werden versuchen, ihn umzusetzen.

Steht der komplette Kader zur Verfügung?

Momentan steht der komplette Kader bereit. Ich hoffe, dass sich nicht noch jemand kurzfristig im Training verletzt.

Ist es ein Spiel wie jedes andere?

Das Derby ist schon etwas Besonderes, denn wir spielen in der Volksbank-Arena vor einer großen Kulisse. Die Mannschaft fiebert der Partie entgegen.

Warum wird die SG Börde Handball die Volksbank-Arena als Sieger verlassen?

Ich glaube an meine Mannschaft. Mit unseren Fans im Rücken wollen wir alles geben. Wenn wir unser Limit erreichen, können wir den tabellarischen Favoriten aus Söhre auf die Verliererstraße drängen.

9 Fragen an Söhre-Coach Sven Lakenmacher

Wie beurteilen Sie die bisherige Bilanz ihrer Mannschaft vor dem Derby?

Sven Lakenmacher: Nach 1:5 Punkten zum Auftakt hat sich die Mannschaft stabilisiert. Inzwischen haben wir uns als Neuling in der 4. Liga etabliert. Mit 12:8 Punkten liegen wir im grünen Bereich, haben aber keine Veranlassung, abzuheben.

Was lief gut? Hat die Mannschaft noch Steigerungspotenzial?

Weil wir die Liga aufmischen, werden wir von allen ernst genommen. Ich sehe noch Potenzial nach oben.

Wo landen die Sportfreunde Söhre in der Endabrechnung?

Als Aufsteiger lautet das Saisonziel zunächst Klassenerhalt. Ich bin sicher, dass wir das schaffen.

Was sind die Stärken Ihrer Mannschaft?

Der Kader ist mit erfahrenen und jungen Spielern gut aufgestellt, spielt druckvoll und diszipliniert. Das große Plus ist die mannschaftliche Geschlossenheit.

Haben Sie die SG Börde beobachtet? Welche Schwächen wurden entdeckt?

Ich habe die SG Börde persönlich noch nicht gesehen. In erster Linie wollen wir unser Spiel durchbringen und den Takt über 60 Minuten vorgeben.

Wie bereiten Sie ihr Team auf das Lokalderby vor?

Die Vorbereitung läuft wie immer. Technische und taktische Dinge stehen im Vordergrund.

Steht der komplette Kader zur Verfügung?

Personell sieht es gut aus. Alle Spieler sind fit. Wir gehen gut vorbereitet und hochmotiviert in die Partie.

Ist es ein Spiel wie jedes andere?

Natürlich sind Lokalderbys immer etwas Besonderes und auch Highlights einer Saison. Daher wird es am Freitag in der Arena sicher nicht langweilig.

Warum werden die Sportfreunde Söhre die Volksbank-Arena als Sieger verlassen?

Wir haben ein großes Offensiv-Potenzial. Diese Stärke wollen wir ausspielen. Zudem werden unsere Fans für eine Heimspiel-Atmosphäre sorgen. Mit einem Sieg wollen wir weiteres Selbstvertrauen für die Rückrunde tanken.

Info Handballfans sollten den Kartenvorverkauf für den HAZ-Cup (6. und 7. Januar in der Volksbank-Arena) im HAZ-Ticketshop nutzen. Abonnenten und eine Begleitperson sparen nämlich 2 Euro, wenn sie online unter www.hildesheimer- allgemeine.de/aboextra den Coupon herunterladen und ihn mit dem gültigen Personalausweis mitbringen.